Unser Mückenschutz im Wohnmobil
Im Sommer 2026 fuhren wir von Ende August bis Mitte September drei Wochen durch Frankreich. Es war ein großartiger Wohnmobil-Urlaub. Nur die letzten Nächte waren sehr unruhig. In der Nähe von Montpellier, unten am Mittelmeer bei den Lagunen, gab es viele Mücken. Und leider fanden sie nachts immer wieder einen Weg ins Wohnmobil. Unser Sohn wurde jede Nacht mehrfach wach. Wir gingen erfolgreich auf Mückenjagd und legten uns wieder hin. Dann ging es von vorne los. Das hat uns sehr gewundert, schließlich waren ja die Fenster durch Moskitonetze gesichert. Also haben wir genauer hingeschaut und an einem Dachfenster über dem Heckbett einen Durchgang entdeckt.
Unsere Nachrüstung am Dachfenster
Wir haben uns angewöhnt, unsere Mückenschutznetze beim Lüften immer geschlossen zu halten. Spinnen, Wespen, Mücken etc. sollen bitte draußen bleiben. Das hat auf vielen Reisen prima funktioniert. Bei dieser Reise hatten wir allerdings zunehmend den Verdacht, dass Mücken über das Dachfenster im Heck hereinkamen, obwohl das Netz zugezogen war. Bei genauerem Hinsehen fiel meinem Mann ein Bereich um die Rolle auf, auf der das Moskitonetz des Dachfensters auf- und abgewickelt wird. Dort schien ein Weg am Netz vorbei in den Innenraum zu sein. Auch die seitlichen Lüftungsschlitze kamen für uns als mögliche Eintrittsstelle für ganz kleine Mücken infrage.
Wieder zuhause angekommen, hat sich Fabian für unser Dachfenster im Heck des Sun Living A60SP direkt eine zusätzliche Mückenbarriere überlegt:
eine eingeklebte Bürstendichtung.
An der vermuteten Einflugschneise bei der Rollo-Aufwicklung haben wir also kurzerhand eine Bürstendichtung nachgerüstet. Sie soll den Spalt schließen, durch den Mücken am Moskitonetz vorbeikommen können. Verwendet haben wir eine selbstklebende Bürstendichtung von STEIGNER mit weichen, flexiblen Borsten (19 mm in grau). Welche Borstenlänge passt, hängt natürlich vom jeweiligen Fenster und vom vorhandenen Spalt ab. Wichtig war uns, dass sich auch weiterhin Netz und Fenster einwandfrei bedienen lassen. Hier kannst du die Bürstendichtung bei Amazon ansehen, die wir verwendet haben:
https://www.amazon.de/dp/B00IO29A3Y?th=1
Wir sind schon sehr gespannt, wie sich unser Umbau auf den nächsten Reisen bewährt. Es gibt noch viele Regionen, die wir zukünftig ganz ohne Mückenterror entdecken wollen.
Weitere Mücken-Maßnahmen, die uns bisher geholfen haben
- Den Stellplatz bewusst wählen
Wenn wir die Wahl haben, stehen wir möglichst nicht unmittelbar in der Nähe von Lagunen, Mooren, Tümpeln und auch nicht dicht an Hecken. Manche Reiseregionen und Campingplätze versuchen die Lage in den Griff zu bekommen, indem sie wöchentlich großflächig Pestizide versprühen. Das finde ich nachvollziehbar, aber gleichzeitig besorgniserregend.
- Eine natürliche Brise genießen
Ein waagrechter Luftstrom am Stellplatz ist für uns gleich doppelt angenehm: An warmen Tagen schwitzen wir weniger, und nach unserer Erfahrung werden wir dabei auch weniger von Mücken belästigt. Einen Ventilator haben wir nicht dabei. Umso mehr freuen wir uns, wenn die Natur diese Aufgabe übernimmt. Auf eine Brise allein verlassen wir uns beim Mückenschutz aber nicht.
- Netze an Fenstern und Tür geschlossen halten
Die Mückenschutznetze gehören für uns zur Grundausstattung. Wir halten sie beim Lüften immer geschlossen und achten darauf, dass auch das Netz an der Eingangstür nach dem Durchgehen wieder zu ist.
- Lange Kleidung griffbereit haben
Bei Bedarf ziehen wir lange Kleidung an. Locker sitzende, dicht gewebte Kleidung kann helfen, Stiche zu vermeiden. Sehr dünne, knappe oder eng anliegende Kleidung bietet dagegen deutlich weniger Schutz. - Mückenmittel schnell zur Hand haben
Unser Mückenmittel steckt im Organizer neben der Wohnmobiltür. Dort sehen wir es beim Rausgehen und müssen nicht erst in irgendeinem Schrank danach suchen. - Mückenmittel vor Ort nachkaufen
Wir haben meist 2 Flaschen Mückenmittel an Bord, denn falls jemand von uns eine Flasche auf einen Ausflug mitnimmt, ist immer noch eine auf Vorrat im Wohnmobil. Neigt sich der Inhalt dem Ende zu, habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, Abwehr-Sprays mit pflanzlichen Inhaltsstoffen in Supermärkten vor Ort zu kaufen. Zu stärkeren Wirkstoffen wie DEET greifen wir nur in Regionen mit hoher Infektionsgefahr.
- Mückenmittel kaufen, die gerne aufgetragen werden
In unserer Familie sind Sprays beliebt. Für mich ist auch eine dünnflüssige, ölige Variante in Ordnung, die ich mit der Hand verteile. Oft hat das Spray oder Öl mit pflanzlichen Inhaltsstoffen sogar noch eine pflegende Wirkung und lässt die gebräunte Haut optisch schön schimmern. Dicke, zähe Lotionen mögen wir dagegen alle nicht und Fehlkäufe werden konsequent aussortiert. - Das Mittel frühzeitig auftragen
Mit dem Mückenmittel nicht warten, bis die ersten Stiche da sind. Wer Sport macht, schwitzt oder sich umzieht, sollte daran denken den Mückenschutz nach einiger Zeit aufzufrischen. Ich trage das Spray an allen unbekleideten Hautstellen großzügig auf. Nur beim Gesicht bin ich zurückhaltend. Da reicht es mir, wenn ich etwas vom Mittel "außenherum" auftupfe.
- Erst Sonnenschutz, dann Mückenmittel
Die Reihenfolge macht einen Unterschied: Bei Bedarf erst Sonnencreme auftragen und einziehen lassen, danach wenn nötig das Mückenmittel auftragen. - Vor dem Schlafengehen im Wohnmobil nach Mücken suchen
Eine kurze Mückenrunde vor dem Schlafengehen gehört bei uns dazu, wenn wir in einer Region mit vielen Mücken übernachten. Wir schauen an hellen Wänden und der Decke, rund um die Fenster und hinter den Vorhänge nach. Mit einem Fächer wedeln wir etwas in den dunkleren Bereichen des Campers und halten Ausschau nach auffliegenden Mücken.
Diese Maßnahmen helfen normalerweise gut bei Mücken wie wir sie in Deutschland und im Mittelmeer-Raum kennen. Solltest du in Regionen mit sehr kleinen Mücken fahren, ist das nochmal eine andere Hausnummer. In Skandinavien, dem Baltikum oder Schottland kannst du auf kleine, biestige "Midges" treffen. In diesem Fall solltest du weitere Vorbereitungen treffen, um den Urlaub genießen zu können.
Auch andere naturbegeisterte Wohnmobil-Reiseblogger beschäftigen sich mit dem Thema "Mückenschutz":
Iris und Michael haben festgestellt, das bei ihnen durch Schlitze unter dem Absorber-Kühlschrank Mücken ins Wohnmobil eindringen konnten. Mehr dazu findet ihr bei Interesse hier:
https://www.tournatur-online.de/mueckenschutz-im-wohnmobil/
Mücken am Mittelmeer können Krankheiten übertragen
Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch im Mittelmeerraum können bestimmte Mücken durchaus Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya übertragen. Es besteht kein Grund zur Panik, aber das Thema nimmt in den letzten Jahren zu.
Auf unserer Reise durch Frankreich begegneten uns in der Nähe von Montpellier viele Mücken, darunter auch Tigermücken. Zusätzlich hatten wir von vereinzelten Dengue-Fällen in der Region erfahren. Mithilfe von ChatGPT konnten wir auf offiziellen französischen Websites aktuelle Informationen für unseren Aufenthaltsort recherchiert. Obwohl wir danach unser persönliches Risiko als eher gering einschätzten, beschäftigte uns das tagelang. Es hat uns den positiven Anstoß gegeben, die Bürstendichtung nachzurüsten und diesen Artikel zu verfassen.
Tipps für die Soforthilfe bei Stichen
Kurzer Hinweis: Ich bin weder Ärztin noch Apothekerin. Ich teile nur unsere persönlichen Erfahrungen. Das ersetzt natürlich keine individuelle medizinische Beratung. Holt bitte bei Fragen zu Beschwerden oder zur Auswahl und Anwendung von Mitteln zusätzlich ärztlichen oder pharmazeutischen Rat ein.
Wir sind eine naturbegeisterte Familie. Wir möchten uns nicht unsere Reiseplanung von Mücken aus der Hand nehmen lassen. Der ein oder anderen Mückenstich bleibt deshalb nicht aus und wir haben über die Jahre dazugelernt:
- Insektenstichheiler zur Hand haben
Wir haben den großen "Bite Away" griffbereit im Tür-Organizer und bei Ausflügen einen kleinen "Heat Stick dabei". Gerade an naturnahen Orten und in Freizeitparks kommen sie zum Einsatz. Die Anwendung ist am effektivsten, wenn die Schwellung schon deutlich zu sehen und noch klein genug zum "treffen" ist.
- Nicht kratzen, nur drücken
Schneller kleiner Trick, wenn es juckt: leicht mit dem Finger draufdrücken.
- Kreatives Kühlen
Da nicht jeder von uns jeden Stich mit Hitze behandeln möchte, ist das Kühlen eine weitere sinnvolle Sofortmaßnahme. Besonders gut funktioniert es zum Beispiel mit einer kalten Flasche aus dem Kühlschrank.
- Insektenstichgel auftragen
Bei Juckreiz tragen wir zügig ein kühlendes, beruhigendes Insektenstichgel mit Kräutern auf.
Gerade bei unserem Sohn ist es uns wichtig von Beginn an den Juckreiz zu reduzieren, damit die Stelle nicht aufgekratzt wird und keine Kruste entsteht. Das Problem ist, dass er diese Kruste sonst immer wieder abknibbelt. Sie kann sich dadurch leicht entzünden und unter Umständen entsteht eine bleibende Narbe.
- Kortisonhaltiges Mittel auftragen
Mit etwas Pech, beginnen einzelne Mückenstiche sich zu entzünden. Vereinzelt haben wir einen geröteten, angeschwollenen Mückenstich abends beim Umziehen entdeckt. Wir sind dann froh, wenn wir ein kortison-haltiges Gel wie z.B. Fenistil in der Reiseapotheke haben. Das hat bei uns bisher gut geholfen. Aber wenn der Stich sich weiter rötet, anfängt zu eitern, nässt, schmerzt oder ihr euch unsicher seid, dann ist es wichtig umgehend medizinisches Fachpersonal aufzusuchen.
Entspannt kochen trotz Mücken
Wenn draußen viele Mücken unterwegs sind, bin ich froh über unsere Wohnmobil-Küche. Hinter geschlossenen Mückenschutznetzen und bei guter Belüftung kann ich in Ruhe das Essen zubereiten.
Im Laufe der Zeit habe ich viele Gerichte ausprobiert und unsere Lieblingsrezepte gesammelt. Aus dieser Zettelwirtschaft entstand mein handliches Wohnmobil-Kochbuch "Smarte Camper Küche*". Es enthält 77 abwechslungsreiche Rezepte mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die das Nachkochen leicht machen.
Die Rezepte sind auf die kleine Bordküche abgestimmt:
- Spare Platz durch praktische Zutaten
- Spare Gas durch kurze Kochzeiten
- Spare Wasser durch kurze Spülzeiten
Die Zutatenmengen sind für zwei Personen angegeben.




